Rundbrief 1. Halbjahr 2025 mit Einladung zur Mitgliederversammlung
27.12.2024
Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde der Göttinger DPG,
in diesen schwierigen Zeiten, in denen Putins russländische Mörderbanden selbst über Weihnachten nicht davor zurückschrecken, die ukrainische Zivilgesellschaft durch massive Angriffe auf den Energiesektor zu terrorisieren, müssen wir als Gesellschaft den schmalen Grat bewältigen, einerseits die richtigen europapolitischen Schwerpunkte zu setzen und andererseits an unserem Kurs festzuhalten, allen Generationen politische und kulturelle Bildung mit deutsch-polnischem Akzent zu vermitteln.
Außerdem müssen wir uns bemühen, nicht nur neue Mitglieder zu gewinnen, sondern Menschen zu motivieren, für einzelne Projekte oder im Vorstand Verantwortung zu übernehmen. Das alles geschieht vor dem Hintergrund knapper finanzieller Ressourcen in Abhängigkeit von der immer wieder erfreulichen Großzügigkeit unserer Mitglieder.
Der nachfolgende Terminkalender für das erste Halbjahr 2025 ist eine Momentaufnahme und wird noch um Veranstaltungen an weiterführenden Schulen in Südniedersachsen und solchen, bei denen wir mit externen Partnern kooperieren, ergänzt:
- Videokonferenz zum Deutsch-Polnischen Barometer mit Dr. Agnieszka Łada-Konefał, stellvertretende Direktorin Deutsches-Polen Institut (DPI), am Dienstag, den 28. Januar 2025, 19 Uhr
Seit 25 Jahren werden regelmäßig die Ansichten von Polen und Deutschen über die gegenseitige Wahrnehmung, die deutsch-polnischen Beziehungen sowie deren aktuelle Herausforderungen erhoben und analysiert. Die Politikwissenschaftlerin Dr. Agnieszka Łada-Konefał begleitet das Projekt, das aktuell in Zusammenarbeit des Instituts für Öffentliche Angelegenheiten in Warschau, der Konrad-Adenauer-Stiftung in Polen, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und des Deutschen Polen-Instituts verantwortet wird, schon seit vielen Jahren. So kann sie uns über Trends der wechselseitigen Wahrnehmung und Einstellungen zur Entwicklung Europas authentisch berichten.
Der Vortrag erfolgt in dem bewährten Format einer Videokonferenz, die keiner Voranmeldung bedarf. Der Link https://us02web.zoom.us/j/8718595858 kann gerne an Interessierte weitergegeben werden.
- Vortrag „Quo vadis – ein Roman schreibt Geschichte“ mit Dr. Matthias Kneip am Dienstag, den 13. März 2025, 19 Uhr, Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, Göttingen
„Quo vadis“ ist vielen Deutschen ein Begriff. Aus der Bibel, aus dem Kino, aus der Literatur.
Aber nur wenige verbinden mit „Quo vadis“ den Roman des polnischen Schriftstellers Henryk Sienkiewicz, der 1905 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Während für Deutsche „Quo vadis“ vor allem mit der Verfolgung der Christen unter Kaiser Nero assoziiert wird, gilt der Roman in Polen auch als Schlüsselroman für die Teilungszeit Polens und die damit einhergehende Unterdrückung des katholischen Polens insbesondere im russisch besetzten Teil. Nach einem kurzen Einblick in Leben und Werk dieses Autors wird der Roman in Auszügen vorgestellt.
Matthias Kneip studierte Germanistik, Ostslawistik und Politologie an der Universität Regensburg. Seit 2000 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt tätig, darüber hinaus arbeitet er auch als Schriftsteller, Publizist und Polenreferent. Für sein Schaffen erhielt Kneip zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2011 den Kulturpreis Schlesien und 2012 das Verdienstkreuz der Republik Polen. Eine Schulveranstaltung ist für den Folgetag geplant.
- Mitgliederversammlung am Freitag, den 21. März 2025, 19 Uhr, Robert-Koch-Straße 2, 37075 Göttingen
Zu unserer Mitgliederversammlung (Jahreshauptversammlung) laden wir auf Freitag, den 21. März 2025, 19 Uhr, in die Bibliothek der Kanzlei Menge Noack Rechtsanwälte, Robert-Koch-Straße 2, 37075 Göttingen, ein.
Die Tagesordnung schlagen wir wie folgt vor:
1. Eröffnung und Begrüßung sowie Feststellen der Beschlussfähigkeit
2. Genehmigung der Tagesordnung und Wahl eines Protokollführers
3. Mitgliederentwicklung und Begrüßung neuer Mitglieder
4. Bericht des Vorsitzenden
5. Bericht des Schatzmeisters
6. Aussprache zu den Berichten
7. Bericht der Kassenprüfer
8. Entlastung des Vorstandes
9. Anträge (Antragsfrist: 14. März 2025, schriftlich an den Vorstand)
10. Ausblick auf die Jahresplanung 2025/2026
12. Verschiedenes (Anfragen und Anregungen)
- Vortrag und Lesung „Ich habe eine Barrikade gebaut. Gedichte von Anna Świrszczyńska“ mit Prof. Dr. Peter Oliver Loew, Direktor Deutsches-Polen Institut, am Donnerstag, den 10. April 2025, Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4, Göttingen
Anna Świrszczyńska, geboren 1909 in Warschau und gestorben 1984 in Krakau, gehört in Polen zu den bekanntesten Dichterinnen und Dichtern des 20. Jahrhunderts. 1974 erschien „Budowałam barykadę“ (Ich habe eine Barrikade gebaut), das 100 Gedichte versammelt, die sich auf den Warschauer Aufstand beziehen, der sich am 1. August 2024 zum 80. Mal jährte. Świrszczyńska erlebte die Zeit der Besatzung und des Aufstands als Sanitäterin. Der Literatur-Nobelpreisträger Czesław Miłosz schrieb über den Gedichtband seiner Landsfrau: „Sowohl in der polnischen Dichtung als auch in der Weltliteratur nimmt dieser Band einen besonderen Platz ein, als poetische Reportage von einem Ereignis, das zu den großen Tragödien des 20. Jahrhunderts gehört.“
Unser Gast Prof. Dr. Peter Oliver Loew hat die Übersetzung in die deutsche Sprache besorgt und die Veröffentlichung im Secession Verlag initiiert. Loew studierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Freien Universität Berlin Osteuropäische Geschichte, Slawistik und Volkswirtschaftslehre. Er promovierte zur lokalen Geschichtskultur Danzigs an der FU Berlin und habilitierte sich an der TU Dresden.
- Vortrag „Grenzüberschreitung, Grenzerfahrung und Entgrenzung in der zeitgenössischen polnischen Literatur“ mit Dr. Hans Christian Trepte am Donnerstag, den 8. Mai 2025, 19 Uhr, Galerie Alte Feuerwache
Der Leipziger Literaturwissenschaftler Dr. Hans Christian Trepte stellt sich in seinem Vortrag zentralen Themen und Motiven moderner literarischer Werke aus Polen und wird paradigmatische Beispiele aus den Werken von Andrzej Stasiuk, Joanna Bator, Szczepan Twardoch, Olga Tokarczuk und Tomasz Jedrowski beleuchten. Dabei stehen Aspekte wie die Überschreitung geographischer, kultureller und gesellschaftlicher Grenzen, die Erfahrung des Fremdseins sowie das Auflösen tradierter Identitätsvorstellungen im Mittelpunkt. Letztlich wirbt unser Gast dafür, Grenzüberschreitungen in einer zunehmend globalisierten und pluralistischen Welt nicht nur als Herausforderung, sondern auch und gerade als Chance für neue Perspektiven zu verstehen.
- „6. Göttingen-Thorner Gespräche“ vom 30. Mai bis 1. Juni 2025 in Thorn
Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für unsere sechste Veranstaltungskooperation mit der Thorner Polnisch-Deutschen Gesellschaft bereits auf Hochtouren. Inhaltlich wollen wir uns in 2025 mit dem Beitrag der Zivilgesellschaft für gelingende deutsch-polnische Beziehungen befassen. Das haben wir für unsere Projektanträge im Arbeitstitel „Neue Perspektiven wagen – deutsch-polnischen Dialog neu denken: Potenziale und Impulse der Zivilgesellschaft“ zusammengefasst. Neben Diskussionsrunden mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik und den Medien wollen wir die Vielfalt des deutsch-polnischen Dialogs durch Einladungen an verschiedenste Organisationen zum Ausdruck bringen. Für all diejenigen, die die Seminarteilnahme mit einem verlängerten Aufenthalt in Göttingens Partnerstadt oder anderswo in Polen verbinden wollen, ist das Himmelfahrtswochenende ideal.
Reservierungen zur Teilnahme können bereits jetzt bei mir erfolgen. Die finanziellen Bedingungen werden sich an denen der Vorjahre orientieren. Mithin soll gegen einen geringen Teilnahmebeitrag für freie Kost und Logis gesorgt werden. Ein Fahrtkostenzuschuss zur individuellen Anreise – vorzugsweise in Fahrgemeinschaften als Gruppe mit der Bahn oder dem Pkw – ist geplant.
- Vortrag „Entwicklungspotentiale von Migration/Emigration – zur (Un-) Sichtbarkeit der Polonia“ mit Dr. habil. Brygida Helbig am Donnerstag, den 12. Juni 2025, 19 Uhr, Galerie Alte Feuerwache
Mit unserer Referentin Dr. habil. Brygida Helbig (manchmal auch: Brigitta Helbig-Mischewski, Künstlername: Anna Maria Birkenwald) begrüßen wir eine in Berlin lebende zweisprachige Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin, die bis 2021 als Professorin der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen lehrte und seit 2023 u.a. die Geschäftsstelle der Polonia in Berlin leitet.
Die Geschäftsstelle der Polonia ist 2011 auf der Grundlage eines bilateralen Abkommens zwischen der polnischen und der deutschen Regierung sowie der polnischen Gemeinschaft in Deutschland und der deutschen Minderheit in Polen („runder Tisch“) entstanden und widmet sich der Vernetzung von Aktivitäten der Polonia, um deren Sichtbarkeit zu erhöhen. Helbig schreibt folgerichtig, dass es für viele „ältere“ Emigrantinnen und Emigranten zum Alltag in der deutschen Gesellschaft gehörte, die polnische Identität zu „verstecken“. Sie plädiert: „Jetzt aber können und wollen wir uns zeigen – mit dem kulturellen Mehrwert, den wir in die Gesellschaft einbringen.“ Unsere stellvertretende Vorsitzende Klaudia Hanisch übernimmt die Moderation der sich anschließenden Diskussion.
Den Rundbrief versende ich zur Vermeidung erhöhter Portokosten noch im alten Jahr 2024.
Auf ein baldiges und möglichst zahlreiches Wiedersehen freut sich
Ihr
Harm Adam, Vorsitzender
Deutsch-Polnische Gesellschaft Göttingen e.V.
Harm Adam, Vorsitzender
Osterberg 16
37120 Bovenden
Tel.: +49-173-2917006 (mobil)
Mail: mail@dpg-goettingen.de
Web: dpg-goettingen.de
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Archiv: Rundbriefe aus den letzten Jahren: